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Bestellungen

Auftragseingang automatisieren: Der komplette Guide 2026

6. März 2026 ~12 Min. Lesezeit Florin Iten
FI
Florin Iten
Co-Founder / Managing Partner, Dokumentas

Bestellungen kommen per E-Mail, Fax, Webportal oder Telefon — und in den unterschiedlichsten Formaten. Was in vielen Unternehmen folgt, ist ein aufwändiger manueller Prozess: Daten abtippen, ins ERP-System übertragen, Rückfragen bei Unstimmigkeiten klären. Pro Bestellung vergehen nicht selten 10 bis 15 Minuten — reine Erfassungsarbeit, die qualifizierte Mitarbeitende bindet und bei wachsendem Bestellvolumen zum Engpass wird.

Dieser Guide zeigt Ihnen, wie Sie Ihren Auftragseingang systematisch automatisieren — von der Analyse des Ist-Zustands über die Technologiewahl bis zur erfolgreichen Implementierung. Sie erfahren, worauf es bei der Auswahl einer Lösung ankommt, welche Branchen besonders profitieren und wie Sie den Einstieg pragmatisch gestalten.

Der Guide richtet sich an Unternehmen, die monatlich mehr als 100 Bestellungen verarbeiten und ihren Erfassungsaufwand spürbar reduzieren möchten.

Was ist Auftragseingang-Automatisierung?

Auftragseingang-Automatisierung bezeichnet den Einsatz von Technologie, um eingehende Bestellungen automatisch zu erfassen, zu interpretieren und als Aufträge im ERP-System anzulegen — ohne manuelles Abtippen. Der Prozess beginnt beim Eingang der Bestellung (egal über welchen Kanal) und endet mit einem validierten Auftrag im Zielsystem.

Abgrenzung zu verwandten Ansätzen

  • EDI (Electronic Data Interchange): Strukturierter, standardisierter Datenaustausch zwischen Systemen. Funktioniert nur, wenn beide Seiten denselben Standard nutzen — was bei vielen KMU nicht der Fall ist.
  • E-Procurement-Portale: Kunden bestellen direkt in einem Portal. Setzt voraus, dass Kunden ihre Gewohnheiten ändern — oft nicht realistisch.
  • Klassisches OCR: Erkennt Zeichen auf Dokumenten, versteht aber nicht den Kontext. Braucht für jedes Bestellformat ein eigenes Template.
  • KI-basierte Automatisierung: Versteht den Inhalt von Bestellungen kontextbezogen — unabhängig von Format, Layout und Sprache. Kein Template nötig.
Vom Bestelleingang zum ERP-Auftrag
1 Eingang E-Mail, Fax, Portal, Telefon 2 Klassifikation Dokumenttyp erkennen 3 Extraktion Positionen, Mengen, Artikel auslesen 4 Validierung Stammdaten, Regeln prüfen 5 ERP-Anlage Auftrag erstellen

Der Status Quo: Warum manuelle Auftragserfassung nicht skaliert

In den meisten Unternehmen erreichen Bestellungen über verschiedene Kanäle den Vertriebsinnendienst: als PDF per E-Mail, als Fax, über Kundenportale oder telefonisch. Jede Bestellung hat ein anderes Format — manche sind strukturierte SAP-Auszüge, andere handschriftliche Notizen auf Firmenvordrucken.

Das Ergebnis: Mitarbeitende verbringen einen Grossteil ihrer Arbeitszeit damit, Bestelldaten manuell in ERP-Systeme zu übertragen. Dabei entstehen Medienbrüche an jeder Schnittstelle — und mit jedem Medienbruch steigt das Fehlerrisiko.

Typische Probleme im manuellen Auftragseingang

  • Medienbrüche: Daten werden von einem Format ins andere übertragen — von der PDF-Bestellung in die ERP-Maske. Jeder Übertrag ist eine potenzielle Fehlerquelle.
  • Fehleranfälligkeit: Tippfehler bei Artikelnummern, falsche Mengenangaben, verwechselte Lieferadressen — manuelle Erfassung ist naturgemäss fehleranfällig, besonders bei hohem Volumen und Zeitdruck.
  • Lange Durchlaufzeiten: Vom Bestelleingang bis zur Auftragsanlage im ERP vergehen oft Stunden oder sogar Tage — besonders bei Rückfragen oder fehlenden Informationen.
  • Fragmentierte Kanäle: Bestellungen kommen über E-Mail, Fax, Portal und Telefon. Ohne zentrale Erfassung gehen Bestellungen unter oder werden doppelt erfasst.
  • Skalierungsproblem: Bei wachsendem Bestellvolumen braucht es proportional mehr Personal. Die Kosten steigen linear, die Fehlerquote auch.
Herausforderungen im manuellen Auftragseingang
Medienbrüche Daten werden manuell zwischen Systemen übertragen. Jeder Übertrag = Fehlerquelle. Fehlerquoten Tippfehler bei Artikelnummern, falsche Mengen, vertauschte Lieferadressen. Durchlaufzeiten Vom Bestelleingang bis zur ERP-Anlage vergehen Stunden oder Tage. Fragmentierte Kanäle E-Mail, Fax, Portal, Telefon — ohne zentrale Erfassung geht Übersicht verloren. Skalierungsproblem Mehr Bestellungen = mehr Personal. Kosten steigen linear mit dem Volumen. Fachkräfte gebunden Qualifizierte Mitarbeitende verbringen Zeit mit Abtippen statt mit Kundenbetreuung.

Fünf Anzeichen, dass Ihr Auftragseingang automatisiert werden sollte

Nicht jedes Unternehmen braucht sofort eine Automatisierung. Die folgenden fünf Indikatoren zeigen Ihnen, ob der Zeitpunkt für Ihr Unternehmen gekommen ist:

  1. Ihre Mitarbeitenden tippen Bestelldaten manuell ab. Wenn Bestellungen als PDF oder Fax eingehen und Ihre Mitarbeitenden die Daten Feld für Feld ins ERP übertragen, ist das ein klares Zeichen für Automatisierungspotenzial.
  2. Rückfragen bei Bestellungen nehmen zu. Falsche Artikelnummern, unklare Mengenangaben, fehlende Kundennummern — je mehr Rückfragen nötig sind, desto grösser der Nutzen einer automatisierten Validierung.
  3. Die Auftragserfassung wird zum Engpass. Wenn bei Auftragsspitzen oder Ferienabwesenheiten die Auftragserfassung stockt und Lieferzeiten darunter leiden, skaliert Ihr Prozess nicht mit.
  4. Sie haben mehr als 100 Bestellungen pro Monat. Ab diesem Volumen amortisiert sich eine Automatisierungslösung erfahrungsgemäss in akzeptabler Zeit. Je höher das Volumen, desto schneller der Return.
  5. Kunden bestellen in unterschiedlichen Formaten. Excel-Tabellen, freiformatige E-Mails, PDF-Bestellformulare, Faxe — je heterogener die Formate, desto grösser der Vorteil einer KI-basierten Lösung gegenüber regelbasierten Ansätzen.

Treffen drei oder mehr dieser Punkte auf Ihr Unternehmen zu? Dann lohnt sich eine genauere Betrachtung.

Wie funktioniert KI-basierte Auftragsverarbeitung?

KI-basierte Auftragsverarbeitung folgt einem strukturierten Ablauf in fünf Schritten. Das Ziel: Vom Eingang der Bestellung bis zum fertigen ERP-Auftrag mit möglichst wenig manuellem Eingriff.

Schritt 1: Multikanal-Eingang

Das System empfängt Bestellungen aus allen Kanälen — E-Mail-Anhänge, Faxe, Portal-Downloads, gescannte Dokumente. Unabhängig vom Eingangsweg werden alle Bestellungen zentral erfasst und in den Verarbeitungsprozess eingespeist.

Schritt 2: Dokumentklassifikation

Nicht jede eingehende Nachricht ist eine Bestellung. Die KI erkennt den Dokumenttyp — Bestellung, Anfrage, Reklamation, Lieferschein — und leitet nur tatsächliche Bestellungen in den Verarbeitungsprozess weiter.

Schritt 3: Intelligente Extraktion

Die KI extrahiert alle relevanten Daten aus der Bestellung: Kundennummer, Artikelnummern, Bezeichnungen, Mengen, Einheiten, Preise, gewünschter Liefertermin, Lieferadresse. Dabei versteht sie den Kontext — auch wenn Felder unterschiedlich benannt sind oder die Struktur von Bestellung zu Bestellung variiert.

Schritt 4: Automatische Validierung

Die extrahierten Daten werden gegen Ihre Stammdaten in SAP, Abacus oder Ihrem jeweiligen ERP-System validiert: Gibt es den Kunden? Stimmt die Artikelnummer? Ist der Preis plausibel? Ist der Liefertermin realistisch? Unstimmigkeiten werden markiert und — je nach Konfiguration — automatisch korrigiert oder zur manuellen Prüfung eskaliert.

Besonders wertvoll ist dabei die Fuzzy-Logik bei der Artikelzuordnung. Kunden verwenden selten exakt die gleichen Bezeichnungen wie Ihr ERP: Wenn eine Bestellung «Schraube M8» enthält, Ihr SAP aber «M8-Schraube-verzinkt» führt, erkennt die KI den Zusammenhang über Ähnlichkeitsabgleich — statt die Position als «nicht gefunden» abzulehnen. Genau diese intelligente Zuordnung unterscheidet KI-basierte Systeme von starren Template-Lösungen.

Schritt 5: ERP-Auftragsanlage

Validierte Bestellungen werden automatisch als Aufträge in Ihrem ERP-System angelegt — ob SAP, Abacus, Microsoft Dynamics oder Sage — mit allen Positionen, Konditionen und Lieferinformationen. Der menschliche Eingriff beschränkt sich auf die Ausnahmebearbeitung: jene Fälle, bei denen die KI unsicher ist oder Geschäftsregeln einen Review erfordern. Wie das in der Praxis aussieht, zeigt der Dokumentas Bestellagent.

Feedback-Loop: Das System lernt mit

Jede manuelle Korrektur fliesst als Trainingssignal zurück in die KI. Wenn ein Mitarbeitender eine falsch zugeordnete Artikelnummer korrigiert, lernt das System diese Zuordnung für zukünftige Bestellungen. Die Erkennungsrate verbessert sich kontinuierlich — ohne Neukonfiguration.

Welche Daten werden automatisch extrahiert?

Die KI extrahiert aus eingehenden Bestellungen eine Vielzahl strukturierter Datenfelder. Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Felder und wie sie validiert werden:

Datenfeld Beschreibung Validierung
Kundennummer Eindeutige Identifikation des Bestellers Abgleich mit Kundenstamm
Artikelnummer SKU oder interne Artikelkennung Abgleich mit Artikelstamm
Artikelbezeichnung Beschreibung des bestellten Produkts Fuzzy-Matching gegen ERP-Stammdaten (z.B. «Schraube M8» → «M8-Schraube-verzinkt»)
Bestellmenge Gewünschte Stückzahl Plausibilitätsprüfung (Mindest-/Höchstmenge)
Mengeneinheit Stück, Karton, Palette, kg, m² Mapping auf SAP-/Abacus-Einheiten
Preis Einzelpreis oder Gesamtpreis Abgleich mit Preisliste/Rahmenvertrag
Liefertermin Gewünschtes Lieferdatum Machbarkeits- und Verfügbarkeitsprüfung
Lieferadresse Zieladresse für die Lieferung Abgleich mit hinterlegten Adressen
Datenfeld
Kundennummer
Beschreibung
Eindeutige Identifikation des Bestellers
Validierung
Abgleich mit Kundenstamm
Datenfeld
Artikelnummer
Beschreibung
SKU oder interne Artikelkennung
Validierung
Abgleich mit Artikelstamm
Datenfeld
Artikelbezeichnung
Beschreibung
Beschreibung des bestellten Produkts
Validierung
Fuzzy-Matching gegen ERP-Stammdaten (z.B. «Schraube M8» → «M8-Schraube-verzinkt»)
Datenfeld
Bestellmenge
Beschreibung
Gewünschte Stückzahl
Validierung
Plausibilitätsprüfung
Datenfeld
Mengeneinheit
Beschreibung
Stück, Karton, Palette, kg, m²
Validierung
Mapping auf SAP-/Abacus-Einheiten
Datenfeld
Preis
Beschreibung
Einzelpreis oder Gesamtpreis
Validierung
Abgleich mit Preisliste/Rahmenvertrag
Datenfeld
Liefertermin
Beschreibung
Gewünschtes Lieferdatum
Validierung
Machbarkeits-/Verfügbarkeitsprüfung
Datenfeld
Lieferadresse
Beschreibung
Zieladresse für die Lieferung
Validierung
Abgleich mit hinterlegten Adressen

Strukturierte vs. unstrukturierte Bestellungen

Strukturierte Bestellungen (EDI, XML, CSV) enthalten klar definierte Felder und lassen sich direkt verarbeiten. Die grössere Herausforderung — und der eigentliche Mehrwert der KI — liegt bei unstrukturierten Bestellungen: PDF-Formulare, freiformatige E-Mails, gescannte Faxe oder sogar Bestellungen, die als Freitext in einer E-Mail stehen. Hier erkennt die KI Muster und Kontext, wo regelbasierte Systeme scheitern.

Branchenbeispiele: Auftragseingang in der Praxis

Die Automatisierung des Auftragseingangs bietet in verschiedenen Branchen spezifische Vorteile. Zwei Beispiele zeigen, wie unterschiedlich die Herausforderungen — und Lösungen — sein können.

Verpackungsindustrie

In der Verpackungsindustrie bestellen Kunden häufig in individuellen Formaten — vom handschriftlich ausgefüllten Bestellformular bis zur detaillierten Excel-Spezifikation mit Sondermassen und Druckvorgaben. EDI ist selten etabliert, die Formatvielfalt enorm. Gleichzeitig sind die Bestellungen oft komplex: Mehrere Varianten eines Produkts, unterschiedliche Veredelungsstufen, kundenspezifische Artikelnummern.

Eine KI-basierte Lösung erkennt diese heterogenen Formate ohne vorkonfigurierte Templates und ordnet kundenspezifische Bezeichnungen automatisch internen Artikeln zu. Das reduziert den Erfassungsaufwand deutlich und eliminiert die häufigsten Fehlerquellen — falsche Variantenzuordnungen und Mengenabweichungen.

Typische Ergebnisse — Verpackungsindustrie
−75%
Manuelle Erfassung
−60%
Durchlaufzeit
100%
ERP-Datenqualität

Verglichen mit rein manueller Auftragserfassung. Ergebnisse basieren auf typischen Kundenprojekten.

Mehr zum Use Case Verpackungsindustrie →

Gesundheitswesen

Spitäler, Kliniken und Gesundheitseinrichtungen bestellen medizinische Verbrauchsmaterialien und Geräte häufig über standardisierte Formulare — aber in grosser Vielfalt. Die Herausforderung: Strenge regulatorische Anforderungen (Rückverfolgbarkeit, Chargennummern), hohe Dringlichkeit bei bestimmten Produkten und die Notwendigkeit, Bestellungen exakt gegen Rahmenverträge zu validieren.

Die Automatisierung stellt sicher, dass alle regulatorischen Felder korrekt erfasst werden und Bestellungen automatisch gegen gültige Verträge geprüft werden. Dringlichkeitsklassifikationen werden erkannt und priorisiert in den Verarbeitungsprozess eingespeist.

Typische Ergebnisse — Gesundheitswesen
−80%
Manuelle Datenerfassung
−65%
Durchlaufzeit Auftragsverarbeitung
20'000+
Bestellungen pro Jahr skalierbar

Verglichen mit klassischer manueller Verarbeitung. Ergebnisse basieren auf typischen Kundenprojekten.

Mehr zum Use Case Gesundheitswesen →

Worauf Sie bei der Auswahl einer Lösung achten sollten

Der Markt für Automatisierungslösungen ist vielfältig. Die folgenden Kriterien helfen Ihnen bei der Evaluation:

  • Template-Freiheit: Kann die Lösung neue Bestellformate ohne Konfiguration verarbeiten? Oder braucht jedes neue Format ein eigenes Template?
  • Multikanal-Fähigkeit: Werden alle relevanten Eingangskanäle unterstützt — E-Mail, Fax, Portal, Scan?
  • Validierungstiefe: Wie granular können Geschäftsregeln definiert werden? Nur Formatprüfung — oder auch inhaltliche Validierung gegen Stammdaten und Preislisten?
  • ERP-Anbindung: Gibt es standardisierte Schnittstellen zu gängigen Systemen wie SAP, Abacus, Microsoft Dynamics oder Sage? Wie aufwändig ist die Integration?
  • Lernfähigkeit: Wird das System durch Korrekturen besser? Oder bleibt es statisch und muss manuell nachkonfiguriert werden?
  • Skalierbarkeit: Funktioniert die Lösung auch bei zehnfachem Volumen? Was passiert bei Lastspitzen?
Kriterium Manuell Template-OCR KI-basiert
Template-Freiheit Nicht relevant Nein — pro Format ein Template Ja — sofort einsatzbereit
Neue Formate Sofort (manuell erfassbar) Konfiguration nötig Automatische Erkennung
Fehlerquote Hoch (menschlich bedingt) Mittel (positionsabhängig) Niedrig (kontextbasiert)
Skalierbarkeit Linear (mehr Personal) Begrenzt (Template-Pflege) Hoch (volumenneutral)
Lernfähigkeit Nur menschlich Keine Kontinuierlich
Wartungsaufwand Keiner (aber hoher Personalaufwand) Hoch (Template-Pflege) Minimal (selbstlernend)
Kriterium
Template-Freiheit
Manuell
Nicht relevant
Template-OCR
Nein — pro Format ein Template
KI-basiert
Ja — sofort einsatzbereit
Kriterium
Neue Formate
Manuell
Sofort (manuell erfassbar)
Template-OCR
Konfiguration nötig
KI-basiert
Automatische Erkennung
Kriterium
Fehlerquote
Manuell
Hoch (menschlich bedingt)
Template-OCR
Mittel (positionsabhängig)
KI-basiert
Niedrig (kontextbasiert)
Kriterium
Skalierbarkeit
Manuell
Linear (mehr Personal)
Template-OCR
Begrenzt (Template-Pflege)
KI-basiert
Hoch (volumenneutral)
Kriterium
Lernfähigkeit
Manuell
Nur menschlich
Template-OCR
Keine
KI-basiert
Kontinuierlich
Kriterium
Wartungsaufwand
Manuell
Keiner (aber hoher Personalaufwand)
Template-OCR
Hoch (Template-Pflege)
KI-basiert
Minimal (selbstlernend)

Implementierung: So starten Sie richtig

Eine erfolgreiche Automatisierung des Auftragseingangs beginnt nicht mit Technologie, sondern mit einer klaren Analyse des Ist-Zustands. Der folgende 4-Schritte-Ansatz hat sich in der Praxis bewährt. Wenn Sie neben dem Auftragseingang auch den gesamten Beschaffungsprozess optimieren möchten, lesen Sie mehr über Procure-to-Pay-Automatisierung.

Schritt 1: Ist-Analyse und Potenzialbestimmung

Erfassen Sie Ihr aktuelles Bestellvolumen nach Kanal, Format und Komplexität. Identifizieren Sie die grössten Zeitfresser: Welche Bestellungen verursachen die meisten Rückfragen? Welche Formate kommen am häufigsten vor? Wie viel Zeit verbringt Ihr Team mit reiner Datenerfassung?

Schritt 2: Einen Dokumenttyp als Pilot wählen

Starten Sie nicht mit allem gleichzeitig. Wählen Sie einen Kanal oder Dokumenttyp für den Pilotbetrieb — zum Beispiel PDF-Bestellungen per E-Mail, die den grössten Anteil ausmachen. So sammeln Sie Erfahrung mit überschaubarem Risiko und können Quick Wins zeigen.

Schritt 3: Integration und Konfiguration

Binden Sie die Lösung an Ihr ERP-System an — ob SAP, Abacus oder eine andere Lösung — und definieren Sie die Geschäftsregeln: Welche Felder müssen gegen welche Stammdaten validiert werden? Ab welcher Konfidenz wird automatisch angelegt? Welche Fälle sollen eskaliert werden? Schulen Sie die Key Users, die zukünftig die Ausnahmen bearbeiten.

Schritt 4: Erfolgsmessung und Skalierung

Definieren Sie vorab klare KPIs: Automatisierungsrate, Fehlerquote, Durchlaufzeit, Bearbeitungszeit pro Auftrag. Messen Sie diese KPIs regelmässig und skalieren Sie schrittweise auf weitere Kanäle und Bestelltypen. Jede Phase sollte die Ergebnisse der vorherigen bestätigen, bevor erweitert wird.


Fazit

Die Automatisierung des Auftragseingangs ist kein Zukunftsthema — es ist eine Notwendigkeit für Unternehmen, die wettbewerbsfähig bleiben wollen. Manuelle Auftragserfassung skaliert nicht, bindet wertvolle Ressourcen und ist eine systematische Fehlerquelle.

KI-basierte Lösungen bieten heute einen ausgereiften Ansatz, der ohne Templates auskommt, aus Korrekturen lernt und sich nahtlos in bestehende ERP-Landschaften — von SAP über Abacus bis Microsoft Dynamics — integriert. Mit Fuzzy-Logik erkennen sie auch dann den richtigen Artikel, wenn der Kunde «Schraube M8» bestellt, Ihr System aber «M8-Schraube-verzinkt» führt. Der Schlüssel zum Erfolg: Klein starten, schnell lernen, schrittweise skalieren.

Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie Dokumentas den Auftragseingang automatisiert, schauen Sie sich unseren Bestellagent an — oder sprechen Sie direkt mit uns über Ihren konkreten Use Case.

Lesen Sie auch unseren Guide zur Automatisierung von Eingangsrechnungen, wenn Sie auch auf der Kreditorenseite Potenzial sehen.

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Häufig gestellte Fragen

Klassisches OCR erkennt lediglich Zeichen auf einem Dokument und braucht für jedes Bestellformat ein eigenes Template, das definiert, wo welches Feld steht. KI-basierte Systeme hingegen verstehen den Kontext eines Dokuments — ähnlich wie ein erfahrener Sachbearbeiter. Sie erkennen, dass «Stückzahl», «Qty» und «Menge» dasselbe bedeuten, unabhängig von Position oder Layout.
Grundsätzlich alle gängigen Formate: PDF-Bestellungen, gescannte Dokumente (TIFF, JPEG), Excel-Dateien, freiformatige E-Mails und strukturierte Formate wie EDI oder XML. Die grösste Stärke KI-basierter Lösungen liegt bei unstrukturierten Dokumenten — also genau dort, wo klassische Systeme an ihre Grenzen stossen.
Nein. EDI ist eine Möglichkeit unter vielen und setzt voraus, dass beide Seiten denselben Standard nutzen. KI-basierte Auftragsverarbeitung funktioniert unabhängig von EDI — sie verarbeitet Bestellungen in jedem Format. Wenn Sie bereits EDI-Verbindungen haben, bleiben diese bestehen. Für alle anderen Kunden übernimmt die KI die Verarbeitung.
Ein typischer Pilotbetrieb kann innerhalb von 2–4 Wochen aufgesetzt werden. Der vollständige Rollout — inklusive ERP-Integration, Geschäftsregeln und Schulung — dauert in der Regel 4–8 Wochen. Die Dauer hängt von der Komplexität Ihrer ERP-Landschaft und der Anzahl zu konfigurierender Validierungsregeln ab.
Erfahrungsgemäss amortisiert sich die Investition ab etwa 100 Bestellungen pro Monat in akzeptabler Zeit. Der genaue Break-even hängt von der Komplexität Ihrer Bestellungen und dem aktuellen Erfassungsaufwand pro Auftrag ab. Bei Unternehmen mit mehreren hundert Bestellungen pro Monat ist die Amortisierung oft innerhalb weniger Monate erreicht.
Grundsätzlich ja, allerdings mit Einschränkungen. Bei gut lesbarer Handschrift auf strukturierten Formularen (z.B. vorgedruckte Bestellzettel) erzielt die KI gute Ergebnisse. Rein handschriftliche Freitextbestellungen sind anspruchsvoller und erreichen niedrigere Erkennungsraten. In solchen Fällen wird die Bestellung zur manuellen Prüfung weitergeleitet.
Bestellungen, die nicht vollständig automatisch verarbeitet werden können, landen in einer übersichtlichen Prüfoberfläche. Dort sehen Ihre Mitarbeitenden auf einen Blick, welche Daten die KI bereits extrahiert hat und wo eine Entscheidung nötig ist. Typische Gründe für Ausnahmen: unbekannte Artikelnummern, unklare Mengenangaben oder Abweichungen von Preisvereinbarungen. Jede Korrektur verbessert die KI für zukünftige Fälle.
Ja, und das ist sogar der empfohlene Ansatz. Starten Sie mit einem Kanal oder Dokumenttyp — zum Beispiel PDF-Bestellungen per E-Mail. Sobald dieser Prozess stabil läuft und die gewünschte Automatisierungsrate erreicht ist, erweitern Sie schrittweise auf weitere Kanäle und Bestelltypen. So minimieren Sie Risiken und können Erfolge früh nachweisen.